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von Peter Riegel
1. Mai 2016

Neues von Zuccardi - ein Reisebericht von Peter Riegel

Familia Zuccardi

tl_files/downloads/newsletter/Kalender Peter/Bildschirmfoto 2016-04-21 um 14.55.12.pngJosé Alberto Zuccardi leitet weiter den Betrieb. Er hat ihn von seinem Vater übernommen, damals stand noch der Bau von Bewässerungssystemen im Mittelpunkt. Der Vater legte einige wenige Weinberge an, mehr um seine Anlagen in der Praxis vorzuführen. Heute gehört Zuccardi zu den Großen in Argentinien mit einer Gesamtproduktion von ca. 22 Mio. Liter Wein und 800 festen Mitarbeitern. Sie sind der einzige Er
tl_files/downloads/newsletter/Kalender Peter/Bildschirmfoto 2016-04-21 um 14.59.38.pngzeuger in argentinischer Hand, alle anderen größeren Unternehmen gehören weitgehend Kapitalgebern aus Europa, Chile oder den USA. Zuccardi ist ein reiner Familienbetrieb. Die Tochter leitet die gut gehende und schöne Gastronomie im Hauptbetrieb. Ein Sohn leitet das unten beschriebene Projekt Altamira, der andere hat eine auch ökonomisch florierende Olivenölproduktion aufgebaut. Die sehr guten Öle stehen in praktisch jedem anständigen Restaurant auf dem Tisch, selbst in Feuerland. Mama Emma kümmert sich um die sozialen Projekte und um Kunst, sie organisiert regelmäßig Ausstellungen und Weinproben mit lokalen Künstlern und sie sorgt für die Dekoration mit Kunstwerken, auch im neuen Keller. Mit 90 Jahren arbeitet sie jeden Tag außer Dienstag, da ist sie beim Friseur.

Der Betrieb ist Fair for Life zertifiziert und auch das haben die Zuccardis vorbildlich umgesetzt. Sie haben eine Stiftung gegründet, in die neben den Fair Trade Geldern auch andere Einnahmen und Spenden der Familie fließen. Zuletzt haben sie im Hauptbetrieb für die Mitarbeiter eine Schule für Erwachsenenbildung, ein Schwimmbad und ein Fitnesscenter gebaut. Viele kleinere Verbesserungen ergeben sich aus den Anregungen der Mitarbeiter, die das Fairtradegeld selbst verwalten. Auf dem Betriebsgelände wurde eine von den Frauen selbstverwaltete Nähwerkstatt geschaffen, in der vorwiegend Frauen mit sehr kleinen Kindern arbeiten. Wenn nötig können sie die Kinder mit zur Arbeit bringen in einem Rahmen, der deutlich geeigneter ist als die Weinbergarbeit.
 
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Wir haben außerdem eine größere Schule besucht, in der junge Menschen zu Landwirtschafts- und Weinbergtechnikern ausgebildet werden. Die Ausbildung dauert 6 Jahre und ein Großteil der praktischen Fähigkeiten erwerben die Schüler in den Betrieben von Zuccardi, weil der schlecht organisierte Staat eher überfordert ist.
Argentinien ist ein schlecht regiertes, von vielen Wirtschaftskrisen geschütteltes Land. Die Preise sind selbst für uns Europäer dank der extremen Inflation richtig hoch. Und die sozialen Standards sind alles andere als vorbildlich, Kinderarbeit in den Weinbergen ist noch immer üblich. Um so wichtiger, dass es Unternehmer wie Herrn Zuccardi gibt, die in ihren Betrieben für wirklich vorbildliche Arbeitsbedingungen sorgen.
Mit Zuccardi haben wir einen idealen Partner, mit sehr guten Weinen und hoher sozialer Kompetenz.
 
 
 
Zuccardi Bodega Altamira 
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Wir sind ins ca. 100km südlich von Mendoza gelegene Valle Uco gefahren. Hier hat Zuccardi schon seit vielen Jahren eigene Weinberge, und seit 6 Jahren bauen sie an einer neuen Bodega, die Ende März offiziell eröffnet wurde. Die ältesten Anlagen sind mehr als 40 Jahre alte Cabernet-Sauvignon-Weinberge. Die jüngeren Weinberge sind fast komplett mit Malbec bepflanzt, die höchsten Lagen (1400m) teilweise mit weißen Sorten. Nach vielen
tl_files/downloads/newsletter/Kalender Peter/Bildschirmfoto 2016-04-21 um 15.08.58.png Experimenten denken sie, dass 1100-1200m die optimale Höhenlage für den Malbec ist. Die Weinberge liegen in kiesigen Gletscherabflüssen der Anden, die praktisch direkt hinter den Weinbergen bis auf 4-5.000m, ansteigen. Von da kommt auch das (immer knapper werdende) Wasser für die Bewässerung. Hier im Regenschatten der Anden herrscht Wüstenklima. Das macht den Bioanbau vergleichsweise einfach. Wasser wird nicht täglich gegeben, sondern aufbewahrt und dann alle 14 Tage. Das soll die Reben dazu anregen, tiefer zu wurzeln. Bei den konventionellen Kollegen wurzeln die Stöcke praktisch nach oben, weil von da das Wasser täglich kommt. Auf den ersten Blick sind die Böden kiesig-sandiges Schwemmland und sie wirken einförmig. Zuccardi macht seit 6 Jahren Bodenanalysen mit elektromagnetischer Leitfähigkeitsmessung. Dadurch lassen sich unterschiedliche Bodenzusammensetzungen aufspüren und kartografieren. Gräbt man etwas tiefer, stellt man fest, dass die meisten Kieselsteine von einer dicken Schicht Calciumcarbonat überzogen sind. Das entsteht durch Sedimentablagerungen. Was wohl bedeutet, dass diese Gegend vor Auffaltung der Anden Pazifikboden war. Auf den Bodenanalysen basierend haben sie ihre riesigen Parzellen neu klassifiziert. Nicht die ursprünglich angelegten Wege, sondern farbige Plastikbänder markieren die unterschiedlichen ‚Terroirs‘, die jeweils getrennt und zeitlich an die jeweilige Reife angepasst gelesen werden. Die Unterschiede treten sehr kleinräumig auf, vergleichbar mit dem Burgund.
Der Keller wurde komplett mit Beton errichtet, der aus dem von den Anden angeschwemmten Kies-Sandgemisch bereitet wurde. Im Keller haben sie nach 6 Jahren experimentieren drei Typen von Betontanks entwickelt: Eier, Amphoren und konische Gärtanks. Es gibt einen kleinen Barriquekeller nur für ein bestimmtes Cuvée, aber der größte Teil der 1 Mio. Liter Kellerkapazität besteht aus innen unbehandelten Betongefäßen. Die Trauben werden über Transportbänder unentrappt direkt in die Tanks befördert. Wo sie aber bewusst keine Kohlensäuregärung wollen, weil sie das stilistisch nicht passend finden. Das ganze ist ein wirklich visionäres Projekt, in dessen Mittelpunkt die Idee steht, den Malbec am vermutlich weltweit besten Ort für diese Sorte in puristischer Reinheit basierend auf einem konsequent umgesetzten Terroirgedanken zu keltern. Die ersten Weine sind sehr überzeugend und sehr eigenständig. Der Betrieb baut bio an ist aber noch nicht zertifiziert, das ist in naher Zukunft geplant.
 

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