Orsingen, Riegels zweite Bioweintage (verbunden mit dem 25-jährigen Firmenjubiläum) Ende Juni am und auf dem Bodensee boten nicht nur ein unterhaltsames Programm. Deutschlands führender Bioweinimporteur würzte sie mit drei Fachvorträgen, deren Referenten über Neues und Nachdenkenswertes aus der Bioweinbranche referierten und für Diskussionsstoff sorgten.
Philipp Wittmann und Steffen Christmann, beide Mitglieder im VDP, der ältesten Spitzenweingütervereinigung der Welt, referierten zum Thema „Bio ein Muss für Weine in bedeutenden Qualitäten?“.
Die beiden Toperzeuger blicken auf jahrelange Erfahrung im biologischen sowie biodynamischen Weinbau zurück und finden klare Worte zur Qualität der Bioweine: Wein ist für sie das Sprachrohr des Bodens, weshalb sie anstreben, „die Weinberge in die Flasche zu bringen“. Ein gesunder Boden ist in ihren Augen aber nicht ein nach Düngeplan optimierter Mineralienhaushalt, vielmehr ist es ein Boden, der seine besonderen Lageneigenheiten zeigen und im Wein prägen darf. Somit sind Bioweine, wenn alle Anbaubedingungen stimmen, in der Regel die authentischeren Weine mit stärkerem Terroirbezug.
Trauben aus biodynamischem Anbau erreichen im Vergleich mit konventionell erzeugten eine deutlich frühere physiologische Reife – bei niedrigerem Mostgewicht. Das Fazit der Weinexperten: Maximale Aromenausprägung und mineralische Einlagerung erreicht man mit biologischer Bewirtschaftung leichter.
Dr. Hermann Pilz, Chefredakteur der Branchenzeitschrift Weinwirtschaft, gab mit seinem Vortrag „Biowein: Überholt die Produktion den Markt?“ einen Vorabeinblick in eine soeben fertig gestellte Studie von Meiningerverlag und Forschungsanstalt Geisenheim mit aktuellen Zahlen über die weltweite Wein- und Bioweinproduktion und Nachfrage. Die Studie wird in Kürze veröffentlicht, weshalb auf eine ausführliche Darstellung der Zahlen an dieser Stelle verzichtet wird. In Kurzform lässt sich zu den Ergebnissen, insbesondere in Bezug auf den Bioweinmarkt in der BRD, aber vorwegnehmen: Der derzeitige Bioweinabsatz entspricht einer Marktausschöpfung von 66% und lässt somit noch Wachs-tumspotential für Bioweine offen.
Die zweite brandaktuelle Studie stellte Prof. Dr. Stefan Gäth von der Justus-Liebig-Universität in Gießen vor. Gäth, geschäftsführender Direktor und Professor am Institut für Landschaftsökologie und Ressourcenmanagement, hat auf Basis der Riegelschen Verkaufszahlen von 2008 eine vergleichende CO2-Bewertung von Mehrweg- und Einwegsystemen durchgeführt.
Das Ergebnis ist eindeutig und wird, so hofft man, nicht nur Diskussionen sondern auch kreative Prozesse und Maßnahmen auslösen: Das Mehrwegsystem ist innerhalb einer Distributionsstrecke von 1050 km das klimafreundlichere System, das bis zu 39% weniger CO2-Emissionen erzeugt.
Die Studie, die auf Anregung von Riegel Weinimport entstanden ist, kann bei Riegel Weinimport angefordert werden und steht als Download unter www.riegel.de/nachhaltigkeit.html bereit.